MADAME MARGUERITE ODER DIE KUNST DER SCHIEFEN TÖNE von Xavier Giannoli feierte seine Weltpremiere im offiziellen Wettbewerb des 72. Venedig International Film Festival 2015. Frei inspiriert von Florence Foster Jenkins Biografie, erzählt die französische musikalische Dramödie die Geschichte einer Opern-Diva, die eigentlich nicht singen kann.

1920, Beginn der Goldenen Zwanziger. Auf Marguerite Dumonts (Catherine Frot) Schloss unweit von Paris findet ein großes Benefizkonzert für die Waisen des Ersten Weltkriegs statt, auf dem sich eine Vielzahl von Musikliebhabern, Freunden der Familie, Bekannten und Neugierigen versammelt. Da die immens reiche Gastgeberin kinderlos geblieben ist, hat sie ihr ganzes Leben ihrer großen Leidenschaft gewidmet: der Opernmusik. Denn die Baronin singt. Sie singt zwar von ganzem Herzen, allerdings auch furchtbar schräg. Doch Madame Marguerite lebt in ihrer eigenen Welt, und das heuchlerische Publikum, jederzeit bereit, sich auf Kosten anderer zu amüsieren, bejubelt sie als die Diva, die sie zu sein glaubt. Als ein junger Journalist einen provokant überschwänglichen Artikel über ihren Auftritt veröffentlicht, schlägt Marguerite alle Selbstzweifel in den Wind und beginnt an ihr Talent zu glauben. Dies verleiht ihr den nötigen Mut, um einen grandiosen Plan in die Tat umzusetzen: ein Konzert vor zahlendem Publikum in der Pariser Oper. Obwohl ihr Mann Georges (André Marcon) versucht, ihr dieses ehrgeizige Vorhaben auszureden, das nur in einer Katastrophe enden kann, engagiert Marguerite einen ebenso zynischen wie abgehalfterten Opernstar als Gesangslehrer. Er soll ihre hoffnungslos unharmonische Stimme innerhalb weniger Wochen schulen und ihr damit den Bühnentriumph ermöglichen, von dem sie seit vielen Jahren träumt…

MADAME MARGUERITE ODER DIE KUNST DER SCHIEFEN TÖNE zeichnet das Portrait einer starken Frau, die um Anerkennung ringt. Mit Meisterhand hat Regisseur Xavier Giannoli, der bereits mit "Chanson d'Amour" sein Geschick für musikalische Themen bewiesen hat, dieses emotionale Filmepos inszeniert. Darüber hinaus zeigt er ein Zeitdokument der 20er Jahre in Paris, das Aufkommen der Clubs, des Jazz und der Rebellion gegen die Bourgeoisie. Als Marguerite brilliert Catherine Frot (Dinner für Spinner, Die Köchin und der Präsident). Die junge Nachwuchssängerin Hazel wird gespielt von Frankreichs Shootingstar Christa Théret (Lol, Renoir). In weiteren Rollen sind zu sehen Michel Fau (Swimming Pool) und André Marcon (Maman und ich).